Aktuelle Situation

Von Betroffenen und Hilfsorganisationen wurden wiederholt verschiedene Hindernisse in der medizinischen Versorgung von geflüchteten Frauen in Berlin und Brandenburg identifiziert, die dringliche Maßnahmen zur Unterstützung erforderlich machen:

Die besondere Situation von geflüchteten Frauen

  • Einige geflüchtete Frauen haben seit Jahrzehnten keine medizinische Versorgung in Anspruch genommen, weil diese in den Herkunftsländern entweder nicht vorhanden war oder zu teuer war.
  • Die räumliche Enge und die fremde Umgebung, in der Flüchtlinge in Sammelunterkünften leben, leistet sexualisierten Übergriffen und Diskriminierungen Vorschub und verhindert oftmals die Artikulierung eigener – geschlechtsspezifischer – Bedürfnisse und medizinischer Probleme.
  • Die Verantwortung für mitreisende Kinder und Angehörige erschwert es insbesondere Frauen, Angebote der medizinischen Versorgung wahrzunehmen.
  • Die gynäkologisch-geburtshilfliche Versorgung ist für die Betroffenen oft nur schwer zu organisieren.
  • Den Frauen werden GynäkologInnen zugewiesen, die ihnen vorher nicht bekannt sind, zu denen sie kein Vertrauensverhältnis haben und die manchmal nicht einmal englisch sprechen.
  • Zum fehlenden Vertrauen trägt außerdem bei, dass nur wenige Ressourcen für Dolmetscher/innen existieren. Zusätzlich erschweren oft fehlende interkulturelle Kompetenzen des medizinischen Personals die Ärztin-Patientin-Kommunikation und das notwendige Vertrauensverhältnis.
  • Zudem berichten Frauen immer wieder über ausländerfeindliche Behandlung bei den Ämtern aber auch im medizinischen Gesundheitssystem.
  • Die Formalitäten zur Wahrnehmung medizinischer Versorgungsmaßnahmen und das Vergütungssystem sind zurzeit uneinheitlich und für die Flüchtlinge nur schwer verständlich. Im System mit Krankenschein entscheidet häufig das nicht-medizinische Personal auf dem Sozialamt darüber, ob Spezialbehandlungen stattfinden dürfen oder nicht. Solche Entscheidungen werden sehr häufig als willkürlich und intransparent erlebt.
  • Den medizinischen Autoritäten vor Ort wird oft nicht vertraut, weil wiederholt Informationen nach außen beispielsweise an die Ausländerbehörde gelangt sind.
  • Es besteht Konsensus darüber, dass es einen großen Bedarf gibt an Beratung zum Thema Hygiene in den Asylunterkünften, der bisher nicht adressiert wird.

Kontakt

Projektkoordinatorin:
Barbara Scheffer

Wir sind Mitglied im Netzwerk: Gelebte Vielfalt an der Charité

http://diversity-netzwerk.charite.de/

Projektvorstellungen und Presse

  • Interview für den Blog "Migration und Flucht" des Lateinamerika Institutes der Freien Universität Berlin: blogs.fu-berlin.de/migration/2017/03/01/interview-zum-projekt-charite-fuer-gefluechtete-frauen-women-for-women/
  • 02.03.2016: Projektvorstellung auf dem Kongress: Die Interkulturelle Öffnung der Gesundheitsinstitutionen in Zeiten der Flüchtlingskrise“, 19 Uhr. Ort: Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Westring 1, 7. OG (Verwaltungsgebäude). Programm: www.berliner-missionswerk.de/aktuelles/veranstaltungen.html
  • 03.02.2016: Projektvorstellung im Weddinger Zirkel, 18 Uhr im Rathaus Tiergarten
  • 21.01.2016: Projektvorstellung im AWO Bundesverband