Perspektiven der Verbesserung

In Anbetracht dieser Hürden auf dem Weg zu einer gezielten, fachärztlichen Betreuung auf einem Minimal-Niveau werden die nachfolgend aufgeführten, aufeinander aufbauenden  Versorgungsleistungen anvisiert. Das Ziel ist dabei, über das Thema Frauengesundheit zu informieren und einen unmittelbaren Zugang zum ärztlichen Versorgungssystem zu schaffen.

  • 1. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen werden die Frauen direkt vor Ort in den Unterkünften kontaktiert (verschiedene Sprachen bzw. Analphabetismus kann dabei berücksichtigt werden). Damit die Frauen teilnehmen können, wird nach Möglichkeit eine kostenlose Kinderbetreuung angeboten.
  • 2. In anschließenden, vertraulichen Einzelgesprächen können dann individuelle Probleme aufgegriffen und Fragen erörtert werden. Durch die begleitende wissenschaftliche Erhebung kann ein präziser Status der Bedürfnisse erhoben sowie der notwendigen Maßnahmen erstellt werden.
  • 3. Eine evtl. notwendige Therapie in einem örtlich nahegelegenen Krankenhaus kann geplant und organisiert werden.

Da im Rahmen der Vortragsveranstaltungen und den anschließenden individuellen Beratungseinheiten lediglich Versorgungsbedarfe identifiziert und keine medizinische Untersuchung durchgeführt werden kann, steht im Hintergrund ein Netzwerk von Expertinnen und Experten zur weiteren ambulanten oder ggf. auch stationären Versorgung zur Verfügung. Innerhalb der gynäkologischen Ambulanz der Charité (Prof. Dr. Jalid Sehouli) werden Sprechstunden eingerichtet und eine ärztliche Versorgung vorgehalten.

Der Unterschied zur herkömmlichen medizinischen Versorgung besteht in einem Angebot, das an die besonderen Bedürfnisse von Frauen mit Fluchtgeschichte angepasst ist:

  • in einer Sprechstunde mit Dolmetscher/innen in den Sprachen: Arabisch, Farsi, Russisch, Serbisch, Tigrinya, Französisch, etc.
  • in einer kultursensiblen Vermittlung des Angebots und der Auswahl von medizinischem Fachpersonal, welches um die besondere Situation von Frauen mit Fluchtgeschichte weiß, also sensibel ist für die Themen Gewalt, Trauma, Diskriminierung, Angst vor Abschiebung etc.

Kontakt

Projektkoordinatorin:
Barbara Scheffer

Wir sind Mitglied im Netzwerk: Gelebte Vielfalt an der Charité

http://diversity-netzwerk.charite.de/

Projektvorstellungen und Presse

  • Interview für den Blog "Migration und Flucht" des Lateinamerika Institutes der Freien Universität Berlin: blogs.fu-berlin.de/migration/2017/03/01/interview-zum-projekt-charite-fuer-gefluechtete-frauen-women-for-women/
  • 02.03.2016: Projektvorstellung auf dem Kongress: Die Interkulturelle Öffnung der Gesundheitsinstitutionen in Zeiten der Flüchtlingskrise“, 19 Uhr. Ort: Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Westring 1, 7. OG (Verwaltungsgebäude). Programm: www.berliner-missionswerk.de/aktuelles/veranstaltungen.html
  • 03.02.2016: Projektvorstellung im Weddinger Zirkel, 18 Uhr im Rathaus Tiergarten
  • 21.01.2016: Projektvorstellung im AWO Bundesverband